Mitralklappenstenose
Eine Mitralklappenstenose kommt relativ selten vor. Wenn bei Ihnen eine Mitralklappenstenose diagnostiziert wurde, finden wir in einem persönlichen Gespräch eine geeignete Behandlung für Sie.
Mitralklappeninsuffizienz
Häufiger als die Stenose tritt hier jedoch die Undichtigkeit (Herzklappeninsuffizienz) der Mitralklappen auf, sie ist die zweithäufigste Herzklappenerkrankung in Deutschland. Mitralklappen sind Ventile im Herzen. Sie hängen mit Fäden an den Herzmuskeln und dichten im passenden Moment den Weg zwischen Herzkammer und Vorhof ab. Bei einer Mitralklappeninsuffizienz schließen diese Ventile nicht richtig. Ursachen können beschädigte Mitralklappen oder eine fortgeschrittene Herzschwäche sein. Ein Herzinfarkt oder eine Herzmuskelentzündung vergrößern das linke Herz. Die Ventile können nicht mehr richtig schließen. In vielen Fällen führt eine Mischung aus beiden Ursachen zu einer Mitralkappeninsuffizienz.
Zur Behandlung der Herzklappeninsuffizienz folgen wir dem Grundsatz, die Mitralklappe, wenn technisch möglich, zu rekonstruieren. D. h., die körpereigene Klappe wird repariert. Diese Eingriffe führen wir in der Regel minimalinvasiv, durch einen kleinen Schritt unter der rechten Brust, durch. Nur selten muss die Mitralklappe operativ ersetzt werden.
Neochord ist ein neues, minimalinvasives Verfahren zur Behandlung einer undichten (insuffizienten) Mitralklappe. Im Gegensatz zur herkömmlichen Operation kann das Verfahren mit Neochord ohne Herz-Lungen-Maschine durchgeführt werden. Der Zugang erfolgt über einen nur ca. 4 cm langen Schnitt auf der linken Thoraxseite. Von hier aus erreicht man die Herzspitze und kann über eine Punktion eine neue Aufhängung (Neochorden) einbringen. Unter kontinuierlicher echokardiographischer Kontrolle werden dann die Segel so fein adjustiert, dass die Herzklappe wieder dicht ist. Der Eingriff dauert nur ca. 60 Minuten. Die Methode eignet sich für Patienten mit einem Mitralklappenprolaps des hinteren Mitralsegels.
Mitralclipping
Bei Patienten, die zu krank oder zu alt sind, um an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen zu werden, kann das sogenannte Mitralclipping zur Behandlung der Herzklappeninsuffizienz eine Alternative sein. Hierfür führen wir einen Katheter über die rechte Leistenvene in den rechten Vorhof des Herzens und von dort in den linken Vorhof direkt über die Mitralklappe ein. Dort, wo die Herzklappe undicht ist, setzen wir einen Clip, der die Ränder der Klappen zusammenhält und so die Herzklappen abdichtet. Während der Mitralclipping-Operation überwachen wir den Verlauf auf Röntgenbildern und mit Schluckultraschall. Der Brustkorb muss bei dieser Methode nicht geöffnet werden.
Ob sich das Mitralclipping für Sie eignet, klärt ein Team aus Kardiologen und Herzchirurgen, u.a. durch Schluckultraschall.