03.06.2020

„Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen.“

Peter Prokupek wurde vor 20 Jahren im MEDICLIN Herzzentrum Lahr operiert und erinnert sich heute noch gern zurück.

Immer an Weihnachten, Ostern und am 9. November bekommt der Herzchirurg Professor Dr. Stefan Bauer Post von Peter Prokupek. Und das seit 20 Jahren. Diese besondere Verbindung ist durch einen akuten Herzeingriff entstanden.

Der 9. November 1999 war ein Schicksalstag für den heute 73-jährigen Peter Prokupek, einen pensionierten LKW-Fahrer aus Dornstetten. Vier Bypässe hat Professor Bauer ihm damals gelegt, „über jeden Bypass neun Stiche und fertig“, erzählt Prokupek.

Als der Patient am Abend nach der Operation aufwachte, spannte die Brust und er hatte Riesenhunger. Er bekam süßen Haferschleim, hätte gern eine zweite Portion gehabt,

aber der Pfleger sagte: „Das reicht erstmal.“ Prokupek erinnert sich an alles, als wäre es gestern gewesen. Auch dass er sich schämte, am Rollator zu gehen, und diesen missmutig von sich schob. Über seinen Herzchirurgen sagt er: „Ein wunderbarer Arzt.“

Grund für die Operation waren mehrere Herzkranzgefäßverschlüsse. Prokupek hatte oft Atemnot und sein Herz stolperte. Doch als ihn das Kreisklinikum Nagold in die Uniklinik Tübingen schicken wollte, weigerte er sich – die Entfernung war zu groß und er war skeptisch, sich in einem so großen medizinischen Betrieb behandeln zu lassen. Zusammen mit seinem Hausarzt entschied er sich für das nahgelegene, überschaubare Herzzentrum Lahr.

Auch Professor Bauer erinnert sich gut an den damals sehr jungen Peter Prokupek: „Er kam in die Klinik in einem instabilen Zustand bei akutem Herzinfarkt. Eine Intervention – also eine Ballonaufdehnung mit Gefäßstütze – kam aufgrund der verengten Herzkranzgefäße nicht in Betracht.

Kurz nach der Ankunft in der Klinik wurde der Patient in den OP gebracht und dort mit Bypässen versorgt.“ Diese wurden mit arteriellen Bypassgrafts aus der Brustwand angelegt, die länger halten, als Venenbypässe. Aufgrund der Notfallbedingungen wurde der Patient mit einer Herzlungenmaschine versorgt. Würde der Herzchirurg heute, 20 Jahre später, anders behandeln? „Im Wesentlichen wäre die Versorgung dieselbe“, sagt er, „der einzige Unterschied ist, dass wir versuchen würden, statt mit der Herzlungenmaschine am schlagenden Herzen zu operieren und so das Operationsrisiko noch weiter abzusenken.“

Um Patienten wie Peter Prokupek die Angst vor einem Eingriff am Herzen zu nehmen, hält Stefan Bauer in Zusammenarbeit mit Bruno Stöffler von der Deutschen Herzstiftung regelmäßig Vorträge in der Region. Dabei erklärt er verschiedene Verfahren der Herzchirurgie: MitraClip, endoskopische Mitralklappenchirurgie, TAVI, OPCAB. Und vor allem erklärt er die Abläufe im Herzzentrum – zum Beispiel, dass jeder Patient in einem Team aus Kardiologen, Anästhesisten und Herzchirurgen ausführlich besprochen wird, um für ihn das passende Verfahren festzulegen. Auch Hans Werner Wiegert aus Achern hat schon mehrere Vorträge von Professor Bauer gehört. Und selbst einen organisiert: Im Juni holte der Ortsvorsitzende des Sozialverbands VdK den Herzchirurgen nach Achern, wo er über neue Verfahren in der Herzchirurgie sprach.

„Man erfährt bei den Vorträgen viel“, sagt Wiegert, „und vor allem, man kommt ins Gespräch.“ So habe der Professor ihm unlängst geraten, doch mal für eine Untersuchung im Herzzentrum vorbeizuschauen, weil er seit einer Schilddrüsenoperation an Atemnot leidet. Das Ergebnis: Wiegerts Herz ist unauffällig. Aber es ist ein gutes Gefühl, das geklärt zu haben.

Schon vor 18 Jahren war Hans Werner Wiegert Bauer begegnet: als Patient im Herzzentrum. Damals wurde er „ruck-zuck“ vom nahe gelegenen Ortenau-Klinikum hierher überwiesen und aufgrund eines Gefäßverschlusses sofort operiert. Professor Bauer, damals Oberarzt, legte zwei Bypässe. Und seither ist Hans Werner Wiegert am Herzen gesund. „Ich mache zwar weniger Sport, aber dafür bin ich eher geistig unterwegs“, sagt er. Zum Beispiel indem er als VdK-Vorsitzender Vorträge organisiert und so dazu beiträgt, anderen Menschen die Angst zu nehmen.

Ein persönliches Gespräch nimmt Patienten die Angst.

- Dr. Stefan Bauer

Ich wollte nicht in eine große Klinik.

- Peter Prokupek

Ihr Ansprechpartner

Prof. Dr. med. Stefan Bauer

Prof. Dr. med. Stefan Bauer

Leitender Oberarzt der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie Bereichsleiter minimalinvasive Mitralklappenchirurgie

MEDICLIN Herzzentrum Lahr