14.12.2020

Herzschwäche kann jeden treffen

Frau Dr. Mayer, warum sollte mehr Wert auf kardiologische Vorsorgeuntersuchungen gelegt werden?

210.461 Menschen erlitten in Deutschland 2018 einen akuten Herzinfarkt. Eine lebensbedrohliche Erkrankung, die nicht zuletzt durch unseren Lebensstil verursacht wird. Heute verfügen wir über eine ganze Reihe diagnostischer Methoden und Therapien, um hier bevor es zum „Worst Case“ kommt, vorbeugend eingreifen zu können. Es wurden sogenannte „Scores“ der Risikofaktoren entwickelt, um die Gefährdung eines Patienten bestimmen zu können. Ab 35 Jahren zahlt die Kasse alle drei Jahre eine Gesundheitsuntersuchung beim Hausarzt, um unter anderem Bluthochdruck, Diabetes mellitus sowie Erkrankungen des Herzens frühzeitig zu erkennen. Je nach Ergebnis oder Beschwerdebild erfolgt dann die Überweisung zur weiteren fachärztlichen kardiologischen Abklärung und Therapie.

Ist das Risiko einer schweren Herzerkrankung für Männer und Frauen gleich groß?

Beim Thema Herzinfarkt denken viele, dass dies ausschließlich Männer betrifft. Die Zahlen widerlegen das. Mit dem Thema Krebsvorsorge gehen Frauen meist sehr verantwortungsvoll um. Bei Herzerkrankungen unterschätzen viele dagegen ihr Risiko. Besonders fatal ist das beim Infarkt. Den erleiden Frauen im Durchschnitt zehn Jahre später als Männer. Bedingt ist das unter anderem durch die weiblichen Hormone, die vor den Wechseljahren die Gefäße schützen. Schwäche und Atemnot – oft anders als das typische männliche Beschwerdebild der „linksseitigen Brustschmerzen“ – werden als Vorzeichen für einen drohenden Herzinfarkt oft nicht ernst genommen. Ich kann nur empfehlen, hier schneller den Weg zum Kardiologen für die richtige Diagnose zu suchen. 

„Die Fortschritte, was die Diagnose- und Therapiemethoden betrifft, sind enorm.“

- Dr. med. Sonja Mayer

Wieso sind von Herzschwäche immer mehr Menschen betroffen?

Eine Herzschwäche kann viele Ursachen haben. Sei es ein Herzinfarkt, eine Erkrankung der Herzklappen, Vorhofflimmern, genetische Veranlagung, eine Herzmuskelentzündung, aber auch Erkrankungen bedingt durch unseren westlichen Lebensstil wie Zuckerkrankheit und Bluthochdruck können dazu beitragen. Die Betroffenen beklagen unter anderen Atemnot und Leistungsschwäche. In den letzten Jahren wurden viele neue Methoden entwickelt, um Patienten helfen zu können. In unserer kardiologischen Praxis diagnostizieren wir die Herzschwäche und etablieren die medikamentöse Therapie mit den neuesten herzstärkenden Medikamenten. 

In Zusammenarbeit mit den Kardiologen und Herzchirurgen vom Herzzentrum Lahr kommen dann je nach Ursache weitere therapeutische Verfahren zum Einsatz. Diese reichen von Stentimplantation oder Bypassversorgung bei koronarer Herzerkrankung, Reparatur der undichten Herzklappe mittels Katheterverfahren, das sogenannte Mitralcliping, oder spezielle CRTSchrittmachersysteme bis zu Herzunterstützungssystemen. Im engen Zusammenspiel von niedergelassenen Kardiologen und Herzzentrum kann eine auf den Patienten individuell abgestimmte Therapie erfolgen, mit der sich eine dauerhafte deutliche Verbesserung der Lebensqualität erzielen lässt.

Welche Untersuchungen bietet das MVZ Freiburg an?

Als Spezialisten für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Innere Medizin etablieren wir die medikamentösen Therapien bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und betreuen unsere Patienten in der Nachsorge und Vorsorge wie auch bei der abklärenden Untersuchung von Symptomen, die auf eine Herz-Kreislauf-Erkrankung hindeuten.

Bei Patienten nach Bypass-Operationen, Infarkt oder mit Herzschrittmacher führen wir die regelmäßig erforderlichen Kontrolluntersuchungen durch.

Es geht darum, die erreichten gesundheitlichen Verbesserungen möglichst lange zu erhalten. Dafür steht uns die ganze Bandbreite moderner Diagnostik zur Verfügung wie Echokardiographie, Stressechokardiographie und Ergometrie. Die Kontrolle von Herz-Schrittmachern, Defibrillatoren, ICDs, die Messung von Langzeit-Blutdruck und Langzeit-EKG gehören zu unserem Leistungsspektrum, auch die Untersuchung der Halsgefäße.

Ihre Ansprechpartnerin

Dr. med. Dipl.-Inf. Sonja Christina Mayer

Dr. med. Dipl.-Inf. Sonja Christina Mayer

Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie, Notfallmedizin, Hypertensiologin DHL®, Sportkardiologie (DGK)

MEDICLIN MVZ Freiburg