Die moderne Behandlung von Gefäßerkrankungen – sowohl offen chirurgisch als auch durch das Gefäßsystem (sogenannte interventionelle bzw. endovaskuläre Verfahren) – zielt darauf ab, jedem Patienten eine bestmögliche aber auch schonende Therapie zu bieten.
Bei der koronaren Herzerkrankung verengen oder verschließen sich die Herzschlagadern durch Ablagerungen an der Gefäßwand. Dadurch kommt es je nach Ausmaß der Verengung zu Durchblutungsstörungen des Herzens, die sich schlimmsten Falls als Herzinfarkt äußern können.
Unter einer komplett arteriellen Revaskularisation versteht man die Verwendung ausschließlich arterieller Bypassgrafts - im Gegensatz zu Beinvenen - zur Versorgung des Herzens im Rahmen einer Bypassoperation. Als arterielle Grafts stehen im Wesentlichen die linke (LIMA) und rechte (RIMA) Brustwandarterie und die linke und rechte Radialis-Arterie zur Verfügung.
Die Indikation für den Ersatz einer Aortenklappe ist durch eine hämodynamisch relevante Verengung (Stenose) oder eine Undichtigkeit (Insuffizienz) der Klappe gegeben. Grundsätzlich bestehen zwei verschiedene Klappentypen zur Verfügung, die mechanische Prothese oder die biologische Klappe.
Diese Erkrankungen betreffen die Wand der Hauptschlagader, der Aorta. Die Hauptschlagader besteht aus drei Wandschichten: einer Innenwandschicht, einer mittleren Schicht und einer Außenwandschicht. Sind alle drei Wandschichten über das Maß erweitert (dilatiert), dann spricht man von einem Aneurysma. Bei einer Aortendissektion reißt die Innenschicht der Aorta ein.
Bei der minimal-invasiven Herzklappenchirurgie werden Herzklappenoperationen noch mit der Herzlungenmaschine, die es während der eigentlichen OP erlaubt, das Herz aus dem Kreislauf auszuschalten und still zu stellen.
Infolge von Herzinfarkten kann Herzmuskelgewebe zu Grunde gehen. Im Infarktgebiet entsteht Bindegewebe, eine Herznarbe. Die Herznarbe trägt nicht mehr zur Herzfunktion bei. Weitet sie sich aus, entsteht eine Aussackung. Man bezeichnet diese dann als ein Aneurysma. Ist die Herzfunktion durch diese Aussackung stark beeinträchtigt oder besteht die Gefahr des Einreißens (Ruptur) der Aneurysmawand, dann sollte eine operative Korrektur erfolgen.